Du übst stundenlang, aber irgendwie wird’s nicht besser? Du hast wenig Zeit und weisst nicht, wie du sie sinnvoll nutzen kannst? Keine Sorge – mit den richtigen Strategien holst du viel mehr aus deiner Übezeit heraus. In diesem Artikel erfährst du, wie du dein Spielen systematisch verbesserst, ohne dich zu quälen.
Kleine Ziele, grosse Wirkung
Statt das ganze Repertoire gleichzeitig anzugehen, konzentriere dich auf nur zwei bis drei schwierige Passagen und übe erst etwas anderes, wenn diese sitzen. Dein Gehirn kann sich besser auf Details fokussieren, wenn es nicht überfordert ist.
Kurze Einheiten mit bewussten Pausen
Besser täglich 10 Minuten als einmal wöchentlich eine Stunde am Stück. Zwischen den Übephasen benötigt dein Gehirn bewusste Pausen – dort passiert das eigentliche Lernen. Mehr zu diesem Thema findest du im Beitrag hier.
Langsam ist das neue Schnell
Nur wer etwas langsam kann, kann es auch schnell. Ja, es fühlt sich manchmal komisch an, so langsam zu spielen. Daher wechsle zwischen Üben (sehr langsam) und Durchspielen (normales Tempo) ab. Beim Durchspielen trainierst du die Intonation – das ist die Fähigkeit, die Töne sauber zu treffen – und die Routine für das Stück.
Das Metronom ist dein Freund
Verwende ein Metronom, damit du beim Üben wirklich langsam bleibst. Auch beim Durchspielen hilft es, denn oft werden wir während eines Stücks unbewusst schneller. Das Metronom hält dich im Takt und verhindert auch, dass du grundsätzlich zu schnell spielst.
Aufnehmen und kritisch hören
Nimm dich beim Spielen auf – du wirst überrascht sein, wie anders es klingt! Wie bei deiner eigenen Stimme auf dem Anrufbeantworter tönt es erst mal erschreckend. Aber diese Aufnahmen sind sehr wertvoll für deine Entwicklung. Vergleiche das Gehörte mit deiner inneren Vorstellung und notiere dir Verbesserungspunkte.
Üben vs. Proben
Unterscheide zwischen dem Üben alleine zu Hause und dem Proben in der Formation. Zu Hause arbeitest du an der Technik, in der Gruppe geht es um das Zusammenspiel. Beide Arten sind wichtig, aber haben unterschiedliche Ziele.
Das Übejournal
Führe ein einfaches Übejournal, in dem du planst, woran du arbeitest. Digital geht ein solches Journal gut als Tabelle – schau dir dazu meinen Praxistipp für die clevere Repertoire-Liste an.
Chromatische Tonleiter üben
Übe regelmässig die chromatische Tonleiter (Halbton-Tonleiter), soweit dies mit dem Tonumfang des Schwyzerörgelis möglich ist. Das hilft dir massiv beim Improvisieren und beim Heraussuchen ungewohnter Akkorde.
Akkorde in verschiedenen Umkehrungen
Lerne Akkorde in mehreren Umkehrungen (anderer Ton des Akkords steht ganz unten). Das erleichtert dir das Heraussuchen von erster und zweiter Stimme nach Gehör erheblich. Die Töne der Melodie kommen häufig in den Akkorden vor.
Balgführung bewusst trainieren
Vergiss die Balgführung und damit die linke Hand nicht: Übe bewusst den Druckaufbau, die Betonung, den Rhythmus und die Dynamik. Dynamik bedeutet die Lautstärke-Unterschiede in der Musik – von piano (leise) bis forte (laut). Der Balg ist die «Lunge» deines Schwyzerörgelis und entscheidet über «Groove» oder Langeweile.
Geduld und Freude bewahren
Fortschritte sind manchmal langsam – das ist völlig normal! Wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, bewerte es nicht negativ. Bleib einfach dran und hab Geduld mit dir selbst. Mit diesen Übetipps wirst du sicherlich zur rechten Zeit einen grossen Schritt weiterkommen. Experimentiere und hab Freude an kleinen Erfolgen. Der Spass an der Musik ist das Wichtigste überhaupt. Ohne Freude wird das Üben zur Qual, und das soll es definitiv nicht sein.
Diese Tipps sind eine Momentaufnahme – ich werde immer wieder neue praktische Übetipps und Erfahrungen hier im Blog teilen. Es lohnt sich also, regelmässig vorbeizuschauen oder, noch besser, den Blog als E-Mail zu abonnieren und somit keine neuen Beiträge mehr zu verpassen.