Wenn Carlo Brunner am 22. April 2025 seinen 70. Geburtstag feiert, blickt er auf eine aussergewöhnliche Musikerkarriere zurück. Bereits mit 13 Jahren stand er das erste Mal auf der Bühne, nur ein Jahr später erfolgte der erste Fernsehauftritt und die erste Schallplatte. 1970 gründete Carlo seine eigene Ländlerkapelle und legte den Grundstein für eine bemerkenswerte musikalische Laufbahn.
Sein Schaffen ist beeindruckend: Über 90 Tonträger und mehr als 2000 Eigenkompositionen zeugen von seiner enormen Kreativität und Leidenschaft für die Musik. Zahlreiche Auszeichnungen wie der Goldene Violinschlüssel, der Prix Walo und Siege beim Grand Prix der Volksmusik unterstreichen seinen künstlerischen Erfolg.
In diesem Gespräch gewährt uns Carlo Brunner persönliche Einblicke in sein musikalisches Leben – von den frühen Anfängen bis zu seinem neuen Album.
Hanspeter Ulrich: Wie und wann hat deine musikalische Reise begonnen? Wie bist du zur Ländlermusik gekommen und welche musikalischen Vorbilder hattest du?
Carlo Brunner: Mit 10 Jahren habe ich begonnen, Klarinette zu spielen. Mein Vater war mein Lehrer und somit mein erstes grosses Vorbild.
Die Bläser Jost Ribary, Hans Aregger und Kaspar Muther sind und bleiben grosse Vorbilder für mich.
Wie beschreibst du deinen musikalischen Stil?
Carlo Brunner: Traditionelle Innerschweizer-Ländlermusik, immer gespickt mit speziellen Ideen. Den typischen Carlo-Brunner-Stil.
Man kennt dich vor allem als Bläser. Doch du bist Multiinstrumentalist. Welche Instrumente spielst du noch, und welches ist dein Lieblingsinstrument?
Carlo Brunner: Ich habe Klavier, Kontrabass und Akkordeon autodidaktisch gelernt. Mein Lieblingsinstrument ist die Klarinette.

Du hast über 2000 Stücke komponiert. Woher diese Ideen?
Carlo Brunner: Es gibt in mir zwei Herzen, die fürs Komponieren schlagen. Einerseits ist es die spontane Inspiration. Andererseits ist es das gezielte Schreiben von Titeln für Sängerinnen und Sänger. Dieses «auf den Leib schreiben» ist Teil meiner langjährigen Arbeit als Musikproduzent.
Wie hast du den musikalischen Spagat geschafft zwischen dem kommerziellen Schlager und der Nische der konzertanten Ländlermusik?
Carlo Brunner: Da gibt es keinen Spagat. Für mich ist jede Art, die ich spiele, kommerziell. Auch das Konzertante.
Kürzlich ist dein neustes Album «Carlo & sini Buebe» erschienen. Was macht dieses Album aus? Und wer sind deine «Buebe»?
Carlo Brunner: «Mini Buebe» sind Urs Lötscher am Akkordeon, Philipp Mettler am Kontrabass und Schöff Röösli am Klavier. Umschreiben würde ich das Album als «gefällige Musik, von Herzen gespielt».

Wie gelingt es dir, Rampenlicht und Privatleben unter einen Hut zu bringen? Und was macht Carlo, wenn er nicht am Musizieren ist?
Carlo Brunner: Der Spruch «wer vill furt gaht, chunnt vill hei» beschreibt es schön. Wenn ich nicht mit Musik beschäftigt bin, mache ich gerne Sport. Vor allem Wandern, Velofahren und Tennisspielen. Eine weitere Leidenschaft ist meine Modelleisenbahn. Und ich gehe mit meiner Erika Hand in Hand durchs Leben.
Wie feierst du deinen 70. Geburtstag? Gibt es ein spezielles Jubiläumskonzert, zusätzlich zum neuen Album?
Carlo Brunner: Meine CD «Carlo & sini Buebe» ist mein Geschenk zum Siebzigsten. Speziell grosse Konzerte sind nicht geplant.
Du bist nicht nur Musiker, sondern auch musikalisches Vorbild für viele. Gibt es eine Botschaft, die du der Volksmusikszene mitgeben möchtest?
Carlo Brunner: Kurz und bündig: «Hebet de schöne Ländlermusig Sorg!».
Wie geht es weiter? Bleibt die Bühne ein fester Bestandteil deines Lebens?
Carlo Brunner: Letztlich bestimmt meine Gesundheit auch meine Bühnenpräsenz. Und so hoffe ich, dass es noch einige Jahre weitergeht.

- Beruf: Kaufmann/Musiker
- Wohnwort: Schindellegi (SZ)
- Geburtstag: 22. April 1955
- www.carlobrunner.ch

Dieser Beitrag ist eine Zusammenarbeit mit dem Verband Schweizer Volksmusik (VSV)